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Rezension: Die dunklen Mächte - Seelennacht von Kelley Armstrong



Und hier bin ich auch schon wieder mit der nächsten Rezi. : D

xx Inhalt:

Ich hatte recht. In Lyle House gehen tatsächlich erschreckende Dinge vor sich. Ich bin keineswegs hier, weil ich verhaltensauffällig, sondern weil ich eine Nekromantin bin. Ich kann mit den Geistern von Toten reden. Ich kann Tote auferstehen lassen. Und ich kann noch viel mehr. Meine Kräfte sind unberechenbar. Denn ich bin das Ergebnis eines fehlgeschlagenen genetischen Experiments. Meine Schöpfer, die Edison Group, haben Angst vor mir – und vor den anderen Jugendlichen in Lyle House ebenso. Wir sind tickende Zeitbomben. Daher haben sie beschlossen, ihr Experiment endlich zu einem Ende zu bringen. Und uns bleibt nur noch eins: um unser Leben zu rennen.

Erneut fliehen Chloe und Tori, um sich aus den Fänger der Edison Group zu befreien. Gemeinsam mit Liz, die durch die Hände der Wissenschaftler gestorben ist und nun als Geist auf der Erde wandelt, machen sich die Mädchen auf die Suche nach Derek und Simon, die es geschafft haben unterzutauchen. Die Edison Group jedoch ist ihnen dicht auf den Fersen...

Schreibstil:
Wieder hat Kelley Armstrong mich direkt ins Geschehen ziehen können, sodass ich kaum überlegen brauchte, was noch einmal genau geschehen ist. Allerdings kann ich nur wieder sagen, dass ich von ihrem Schreibstil nicht unbedingt angetan bin. Er ist simpel gestrickt und durch die Jugendsprache teilweise auch nicht gerade schön zu lesen. Vorallen Dingen das Wort "Yeah" hat mich, wie auch schon in Band 1, ziemlich gestört. Dennoch ließ sich das Buch flüssig und schnell lesen, ohne das langatmige Passagen aufgetreten wären.

Meinung:
Wie schon beim ersten Teil der Reihe hat die Autorin es geschafft einen Roman zu schreiben, der schaurige und gleichzeitig witzige, spannungsreiche und unheimliche Stunden verspricht und dieses Versprechen auch einhalten kann. Wieder lauern gruselige, paranormale Ereignisse auf den Leser, während Chloe und ihre Freunde sich auf der Flucht befinden. Zusammen mit ihnen begibt man sich auf eine Verfolgungsjagd der etwas anderen Art und lernt viele neue Dinge kennen, entschlüsselt grausame Geheimnisse und sieht die grausamsten Dinge.

Doch nicht nur das - man lernt auch die verschiendenen Figuren der Reihe besser kennen, sodass man sich auch in die zickige Tori hineinversetzen, Tante Lauren wieder vertrauen und dafür Rae hassen kann. Viele Geheimnisse werden aufgedeckt, während andere für den Leser noch unentdeckt bleiben, wodurch das Buch spannend bleibt. Besonders interessant finde ich es, wie die Autorin eigenständige Charakter entworfen hat, die nicht mit dem derzeitigen Strom mitschwimmen - d.h. nicht der Schöne, undurchschaubare Typ oder das naive, schwache Mädchen. So kann man sich auch viel besser mit den unperfekten Charaktern identifizieren, wobei ich zugeben muss, dass ich Derek immer noch nicht besonders viel abgewinnen kann. Ich finde ihn zwar interessant und geheimnisvoll, aber sein Äußeres schreckt mich dennoch etwas ab. In diesem Teil kommen sich Chloe und Derek auch näher und langsam scheint sie ihn besser zu verstehen und auch lieben zu lernen. Sehr ans Herz gewachsen ist mir auch Liz, die jedoch leider nicht mehr am Leben ist, dennoch agiert sie in Seelennacht des Öfteren als Hilfe für Chloe.

Viele Fragen bleiben gegen Ende dennoch offen, denn nach der spannenden Verfolgung tritt jemand neues ins Geschehen: Andrew, ein Freund von Simons Vater, der scheinbar ein Gegner der Edison Group ist und den Jugendlichen helfen will. Nun fragt man sich natürlich, was geschehen wird und ob Chloe und die anderen Simons Vater finden werden und der Edison Group entgehen können.

"Seelennacht" knüpft genau da an, wo der erste Teil aufgehört hat und ist ebenso rasant und spannend, wie sein Vorgänger, wobei ich sagen muss, dass mir der erste Teil dennoch besser gefallen hat, da er geheimnisvoller und gruseliger war. Ich bin nun sehr gespannt auf den letzten Teil und die Antworten auf alle meine Fragen, die sich mir aufgetan haben.

Mit Seelennacht begibt man sich auf eine Reise mit spannenden Geheimnissen, einer unvorhersehbaren Geschichte, die Lust auf mehr macht und liebevoll ausgearbeiteten, glaubwürdigen Charaktern, die einem sehr schnell ans Herz wachsen. Eine gute Fortsetzung und auf jeden Fall eine Leseempfehlung.

Wertung: 4/5
Marie am 30.1.11 18:33


Rezension: Ballade. Tanz der Feen - Maggie Stiefvater



Hallöchen ihr Lieben,

Da mir der ersten Teil "Lamento" so gut gefallen hat, habe ich nun endlich auch den zweiten Band lesen können, der sich zwar etwas von Band 1 unterscheidet, aber dennoch sehr viel Spaß gemacht hat.

xx Inhalt:
Auf den ersten Blick könnte man James für einen typischen Teenager halten: Er ist cool und hat stets einen lockeren Spruch auf den Lippen. Aber hinter dieser Fassade verbirgt sich ein sensibler Junge und begnadeter Musiker, der auf der Suche nach der großen Liebe ist. Als James der ebenso schönen wie geheimnisvollen Nuala begegnet, schlägt sein Herz schneller – hat er seine Traumfrau gefunden? Doch Nuala ist kein Mensch, sondern eine Fee, die nur zu James gekommen ist, um ihm ein Angebot zu unterbreiten: Sie kann aus ihm einen berühmten Künstler machen. Natürlich hat der Musenkuss seinen Preis: ein paar Jahre von James’ Leben. Schweren Herzens lehnt er ab, obwohl er sich magisch zu Nuala hingezogen fühlt. Und auch die Fee merkt, dass sie zum ersten Mal verbotene Gefühle für einen Sterblichen hegt …

Schreibstil:
Maggie Stiefvaters Schreibstil ist ganz besonders, wie ich zuerst bei "Nach dem Sommer" und "Lamento" festgestellt habe, allerdings fand ich ihren Schreibstil in diesem Buch nicht ganz so schön, wie in den beiden anderen Büchern. Dennoch ist er besonders und schafft es, den Leser zu verzaubern. Mit viel Gefühl und Spannung schreibt sie die Geschichte um James und Nuala, sodass man sich immer wieder in die die Situation hineinfühlen kann. Meiner Meinung nach zieht sie einige Passagen jedoch unnötig in die Länge, was den Zauber oftmals schwächt.

Meinung:
Ich muss zugeben, dass ich den Anfang etwas holprig fand und schlecht hineingefunden habe. Woran das genau gelegen hat, kann ich nicht sagen. Womöglich allein nur daran, dass ich zuvor Die Tribute von Panem 3 gelesen habe und einfach noch etwas geschockt war. Mit der Zeit hat sich das jedoch gelegt und ich habe die Geschichte genossen und mich in ihr wohlgefühlt.

Der Nachfolger von "Lamento" ist aus der Sicht von James erzählt, der beste Freund von Deidre und ich muss sagen, dass er mir um einiges sympathischer war, als sie. Er ist einfach ein ganz besonderer Charakter, der sich von der Masse abhebt, frech und arrogant ist und einfach immer einen Spruch auf den Lippen hat. Allerdings hat er auch eine sanfte Seite, denn innerlich ist er verletzt, weil Deidre ihn nur benutzt und er mehr für sie empfindet. Durch Deidres Beschreibung ist sie mir auch immer unsympathischer geworden bis ich mich irgendwann ernsthaft gefragt habe, wie ich sie im ersten Teil mögen konnte. Auch schwer gefallen ist mir die Bindung zu Nuala, weil ich anfangs ja schon irgendwie Mitleid mit Deidre hatte, doch mit der Zeit ist mir Nuala immer mehr ans Herz gewachsen. Vorallen Dingen dadurch, dass man auch ihre Gedanken lesen kann, werden ihre Gefühle und Absichten deutlich, sodass man sich in sie hineinfühlen kann, was vorallen Dingen bei "Lamento" ein Problem war, da ich Luke oft überhaupt nicht verstanden habe und man nie wirklich wusste, ob er es ernst mit Deidre meint. Die Geschichte ist abwechselnd aus James' und Nualas Sicht geschrieben und zeitweise gibt es auch einige Kurznachrichten von Deidre, die sie jedoch nicht abgeschickt hat, damit man sich ein Bild davon machen kann, wie es ihr geht.

Was mich immer sehr bei Maggie Stiefvaters Büchern berührt und mitzieht, ist die Komplexität ihrer Charakter, da ich bisher noch niemanden als unglaubwürdig empfunden habe. So waren selbst Nebencharakter am Ende wichtig und wirken sympathisch und liebevoll gemalt.
Wie auch schon in Lamento überzeugen vorallen Dingen die Feen, die grauenvoll und unberechenbar sind, was die Geschichte natürlich viel spannender werden lässt. Wenn die meisten Menschen "Fee" hören, denken sie ja irgendwie immer an kleine geflügelte Wesen mit rosa Kleidchen oder so etwas, denn immer wenn ich gefragt wurde, um was es in dem Buch ginge, welches ich gerade lese und ich "Feen" sagte, wurde ich merkwürdig angeschaut. Allerdings ist es in "Lamento" und "Ballade" so, dass es um grausame, wunderschöne und gleichzeitig hässliche Wesen geht, die von Musik und anderen besonders talentreichen Menschen angezigen werden. So hat Maggie Stiefvater sie auch mit der irischen Sagenwelt verknüpft, die in den Büchern eine große Rolle spielt und mich zusätzlich verzaubert
hat.

Zu kritisieren habe ich allerdings doch noch etwas, denn mich haben teilweise die vielen Handlungsstränge irritiert, die eine Rolle gespielt haben und teilweise erst viel später von mir verstanden wurden. Generell wirkte das Buch eher durcheinander und chaotisch, was jedoch die Geschichte im Ganzen nicht sehr viel schlechter macht.

Man kann die Bücher theoretisch unabhängig voneinander lesen, aber ich denke, es wäre etwas verwirrend, wenn man Deidre nicht vorher schon kennt und viele Fragen auftreten, daher würde ich empfehlen, "Lamento" vorher zu lesen.
Ingesamt erwarten den Leser eine schöne, düsterre Reise in die Welt der Feen, eine romantische Liebesgeschichte, viel Gefühl und Spannung und einige schöne Stunden mit einem Buch der etwas anderen Art.

An dieser Stelle möchte ich mich auch noch einmal herzlich beim PAN - Verlag für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares bedanken.

Wertung: 4/5

Ich wünsche euch eine wunderschöne Woche und viel Lesespaß (:
Eure Marie ♥
Marie am 30.1.11 18:26


Rezension: Sixteen Moons: Eine unsterbliche Liebe - Margaret Stohl & Kami Garcia



xx Inhalt:
In Gatlin gibt es weder Geheimnisse, noch Überraschungen und es ist vorherbestimmt, welche Rolle man in der Gesellschaft zu spielen hat, ob man dazu gehört oder nicht. Und der sechzehnjährige Ethan Wate gehört dazu – allerdings will er nichts als raus aus dem kleinen, konservativen Städtchen, bis er Lena zum ersten Mal in der Realität trifft, denn er kennt sie bereits aus seinen merkwürdigen Träumen. Lena, die Nichte des alten Ravenwood, der von der ganzen Stadt als Sonderling bezeichnet wird und nicht dazu gehört. Lena, mit den schwarzen Locken und der komischen Kleidung. Lena, in die er sich sofort verliebt. Doch bald muss er feststellen, dass es nicht so leicht ist, wie er dachte mit ihr zusammenzusein, denn ihre Familie ist verflucht und an ihrem sechzehnten Geburtstag wird sie entweder auf die dunkle oder auf die lichte Seite gehen müssen. Um ihr zu helfen, würde Ethan alles tun, doch beide ahnen noch nicht, was alles auf dem Spiel steht...

Schreibstil:
Ich habe mich sehr schnell in der Geschichte zurecht gefunden, denn der Schreibstil der beiden Autorinnen Kami Garcia & Margaret Stohl ist angenehm, wenn auch nicht besonders. Er ist eher auf ein jüngeres Publikum ausgerichtet und an manchen Stellen emfpand ich ihn als ein wenig langatmig, dennoch fesselt die Sprache und die teilweise aufflammende Ironie und schaffen es, den Leser in eine Welt voller Magie, Liebe, Hass und Mystik.

Meinung:
Ich war lange Zeit sehr skeptisch, was „Sixteen Moons – Eine unsterbliche Liebe“ angeht und dabei hat mich vorallen Dingen die Tatsache abgeschreckt, dass das Buch aus der Sicht eines Jungen geschrieben ist, was man in diesem Genre ja eher selten antrifft. Grundsätzlich habe ich auch nichts dagegen, allerdings erschien mir das bei dem Thema doch eher merkwürdig. Als ich dann zu lesen begonnen hatte, waren alle Zweifel jedoch wie weggeblasen, denn ich konnte mich von der ersten Seite an erstaunlich gut in Ethan hineinversetzen, seine Gedanken und Vorstellungen nachempfinden. Von der ersten Seite an war er mir sympathisch und diese Sympathie behält er auch über das ganze Buch hinweg. Besonders an ihm gefallen hat mir, dass er aus der Masse hervorsticht, denn obwohl er zu den „Beliebten“ gehört, ist er anders. Er hat seine Mutter verloren, was ihn schon sehr geprägt hat, dennoch lebt er weiter, sodass das Buch – Gott sei Dank – keine allzu depressive Atmosphäre hat, wie man sie in vielen anderen Büchern findet. Außerdem liest er gerne, was er jedoch vor seinen Freunden nicht zugeben würde und insgeheim sehnt er sich nach einem Mädchen, dem er vertrauen kann, dass nicht nur schön und beliebt, sondern klug und anders ist. Allein deswegen habe ich ihn direkt in mein Herz geschlossen. Seine Ehrlichkeit ihm und seiner Umwelt gegenüber fand ich auch sehr gelungen, denn er weiß, dass er nicht immer alles richtig gemacht hat und trotzdessen, dass er durch seine Liebe für Lena überall als Außenseiter abgestempelt wird, schwimmt er weiter gegen den Strom.

Aber auch viele der anderen Charakter sind interessant und liebevoll gemalt, wie Lena, die nicht das typische naive Mädchen ist, sondern das tut, was ihr gefällt. Als sie auf die neue Schule kommt, wird sie direkt von allen Seiten gemieden und fertig gemacht, was sie jedoch nicht daran hindert, sie selbst zu bleiben. Lena ist sehr zwiegespalten, da sie sich auf der einen Seite sehr danach sehnt dazuzugehören, weil es noch nie getan hat und anders ist, als die anderen Schüler – auf der anderen Seite aber fürchtet sie sich vor ihrem Schicksal. Auch Ethan gegenüber ist sie zu Beginn der Geschichte hin und hergerissen, denn obwohl sie ihn mag, hält sie ihn vorerst doch auf Abstand.
Ganz grausam fand ich die ganze Zeit über Mrs Lincoln, die Mutter von Ethans besten Freund Link, denn sie versucht alles, um Lena von der Schule zu werfen und ihr weh zu tun, was mich nach einiger Zeit auch wirklich geschockt hat. Viele Charakter sind zwar etwas Klischeebelastet, wie die beliebten Mädchen der Schule, aber das führt noch mehr dazu, dass das Bild, welches der Leser sich von Gatlin gemacht hat, verstärkt wirkt.

Sixteen Moons ist also keines Wegs eine typische Fantasy Geschichte, bei welcher sich lediglich zwei Menschen ineinander verlieben, sondern zeigt noch viel mehr Dinge auf. So wird man in eine Stadt gezogen, in der es wichtig ist, was man tut und wie man sich gibt, in der jeder alles über einen weiß und jedes Geheimnis ans Licht kommt. Menschen, die nichts neues akzeptieren wollen und alles vernichten, was anders ist werden kritisch betrachtet und regen den Leser zum nachdenken an. Auch das Thema Mobbing spielt eine Rolle, denn Lena wird – vorallen Dingen von den beliebten Mädchen der Schule – ständig angegriffen.

Das Buch hat mich von der ersten Seite an gefesselt und war spannend und witzig zugleich. Auch wenn ich es eher langsam gelesen habe, hatte ich viel Spaß daran und habe alle Charakter sehr schnell in mein Herz geschlossen. Auch die Liebe zwischen Ethan und Lena empfand ich als glaubwürdig und schön. Ein weiterer Pluspunkt ist die Tatsache, dass es mal nicht um Vampire oder Werwölfe geht, sondern das die beiden Autorinnen etwas völlig neues in das Genre bringen: Die Caster. Mit viel Magie und Zauberei wird der Leser immer tiefer in die Geschichte gezogen und durch einige historische Ereignisse, die in dem Buch eine Rolle spielen, wird das Buch glaubwürdiger und spannender.

Sixteen Moons – Eine unsterbliche Liebe ist eine schöne, interessante Geschichte mit Botschaft, die frischen Wind in das Genre bringt und den Leser fesseln und eine neue Welt entführen kann. Trotz kleiner Schwächen ist sie spannend, witzig und romantisch zugleich.

Wertung: 4/5

So, ich lese jetzt "Seelennacht" von Kelley Armstrong weiter und freue mich über "Die Auswahl", die heut auf meinen SuB gekommen ist. Habt ihr euch diesen Monat schon Bücher genehmigt?

Liebste Grüße,
Eure Marie

Vielen Dank an cbj für die Bereitstellung des Buches.
Marie am 28.1.11 16:51


Rezension: Laurie Halse Anderson - Wintermädchen



Hallöchen ihr Lieben,

Ich habe mal wieder eine neue Rezension für euch. Und zwar habe ich endlich Wintermädchen lesen können, nachdem ich es lange ins Auge gefasst hatte und mich nie getraut habe, denn Wintermädchen ist keine leichte Kost. Es geht vorallen Dingen um das Thema Magersucht und hat mich geschockt.


xxInhalt:
In der Silvesternacht haben sich Lia und Casse geschworen, die dünnsten Mädchen der Schule zu werden. Während Cassie Bulemie hat, hungert Lia einfach nur und hat wenn es zu einem Notfall kommt immer Abführmittel parat. Doch dann streiten sich beide und reden nicht mehr miteinander, bis Cassie Lia 33 mal auf dem Handy anruft. 33 mal hebt Lia nicht ab. Und am nächsten Tag ist Cassie tot. Eine Reise durch Schuldgefühle, Hass, Hunger und Perfektionszwang beginnt.

Aufmachung/Cover:

"Wintermädchen" hat mich lange Zeit wegen dem zart wirkenden Cover angesprochen. Es ist in hellen Blautönen gehalten und zeigt einen ausgestreckten Arm mit einer geöffneten Hand in der ein Schmetterling sitzt. Die Farben und das Bild sind verstörend, wirken so sanft und liebevoll, als könnten sie zerbrechen und haben mich dadurch angezogen, denn immer wieder wollte ich wissen, was mir dieses Buch erzählen wird.

Schreibstil:

Von der ersten Seite an hat mich der Schreibstil sehr geprägt, mitgerissen und auch sehr schockiert, denn im Gegensatz zu dem Cover springt einem hier die reine, schonungslose Wahrheit entgegen, die brutal und hart ist. Dennoch hat es Laurie Halse Anderson geschafft diese heftige Realität mit Poesie zu verbinden, sodass der Schreibstil unglaublich malerisch und außergewöhnlich ist. Ich habe die Sätze und Worte sehr gern verschlungen, denn dieser Schreibstil ist ein ganz besonderer. Interessant fand ich auch, dass einige Sätze durchgestrichen und "verbessert" wurden, was Lias Zerissenheit sehr gut dargstellt hat.

Meinung:
Viel bleibt mir nicht mehr zu sagen, denn ich bin sehr geschockt von dem Buch. Es ist aufwühlend und verstörend und konfrontiert den Leser mit Gedanken, wie er sie sicherlich noch nie gehabt hat. Für mich war es besonders schwer alles nachzuvollziehen, was Lia denkt und tut, denn ich konnte mir kaum vorstellen, dass man so etwas wirklich denken kann. Ich konnte mich zwar schon mit Lia identifizieren, aber gleichzeitig hatte ich immer diese Wut im Bauch, dieses Gefühl einschreiten zu wollen und dem Mädchen irgendwie zu helfen.

Die Charakter waren allesamt sehr glaubwürdig gemalt. Vorallen Dingen die achtzehnjährige Lia, die eigentlich ein sehr soziales und nettes Mädchen ist, allerdings völlig am Ende ist. Sie zählt Kalorien, kann nichtmal eine Glas Orangensaft trinken, ohne sich schlecht zu fühlen und versucht ihren Eltern vorzuspielen, dass sie wieder normal isst. Sie war bereits zweimal im Krankenhaus auf Grund ihrer Magersucht, hat sich jedoch immer wieder durchgelogen, um am Ende wieder genau so zu hunger, wie sie es vorher getan hat. Sie kann ihre Eltern nicht verstehen, begreift nicht, dass sie ihr nur helfen wollen und glaubt, alle würden ihr schaden wollen, was mich zeitweise sehr wütend gemacht hat. Allerdings war sie psychisch und physisch so am Ende, dass das kaum verwunderlich war. Auch ihre Eltern waren sehr gut dargestellt. Sie leben getrennt und während sie mit ihrer Mutter kaum zusammensein kann, ohne sich mit ihr zu streiten, ist ihr Vater eher von sanfter Natur. Beide wissen kaum mit der Situation umzugehen, wollen Lia jedoch trotzdem helfen. Manchmal wirkt es so, als wären sie sehr streng und "böse", allerdings ist das durch Lias Sicht so, denn sie versteht es einfach nicht.

Am Ende war ich einfach nur fassungslos und war sehr geschockt. "Wintermädchen" ist das erste Buch über Magersucht, dass ich lese und vermutlich auch das letzte. Ich finde das Thema sehr interessant, aber gleichzeitig auch wahnsinnig erschreckend und vorallen Dingen in die möglichen Gedanken einer Magersüchtigen einzutauchen war heftig und schwer greifbar. Dennoch hat mir Wintermädchen sehr gut gefallen, denn es ist authentisch, gut zu lesen und hilft dem Leser sich besser in die Krankheit hineinzufühlen. Vorallen Dingen das Ende hat mir gut gefallen, denn es war verständlich und nicht überzogen oder unrealistisch, denn aus der Magersucht kommt man, wenn überhaupt, nur sehr schwer wieder hinaus.

"Wintermädchen" ist ein Buch mit einem sehr schwierigen Thema, dass den Leser schockiert und aufwühlt und nur für diejenigen zu empfehlen, die sich mit dem Thema Magersucht auseinander setzen wollen und keine allzu schwachen Nerven haben. Es ist schön und gleichzeitig verstörend geschrieben und hinterlässt noch lange nach dem lesen einen bitteren Nachgeschmack auf der Zunge, denn so leicht wird man dieses Buch nicht mehr vergessen können.

Wertung: 4/5

Vielen Dank für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares an den Ravensburger Buchverlag.

Ich hoffe, euch hat die Rezension geholfen und interessiert! Ich wünsche euch einen schönen Sonntag,
Eure Marie


Marie am 16.1.11 16:32


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