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Die Rose von Arabien - Eine Reise durch die Wüste ~ Rezension.



Hallöchen ihr Lieben,

Es gibt diese Dinge im Leben, die man interessant und anziehend findet, denen man aber doch irgendwie skeptisch gegenübersteht. Arabien, seine Menschen, Kultur und die Religion. Mich hat dieser Fleck auf der Weltkugel schon immer irgendwie magisch angezogen. Das fing bei Aladdin an und zog sich bis hin zu dem Land an sich. Auch bei diesem Buch hatte ich diesen Zwiespalt – Es zog mich an und gleichzeitig war ich sehr misstrauisch, doch es hat mich schneller in seinen Bann gezogen als ich dachte. Um was es geht? Die Rose von Arabien von Christine Lehmann:

xxInhalt:
Die sechzehnjährige Finja lernt bei ihrem alljährlichen Weihnachtsmarktritual mit ihrem Vater einen seiner Studenten, Chalil, kennen, einen Scheichssohn aus Dubai. Es dauert nicht lange bis sie sich in ihn verliebt und als ihr Vater und sie in den Weihnachtsferien Dubai besuchen, erlebt sie ein Abenteuer nach dem anderen, doch sie muss sehr schnell feststellen, dass sich ihre Kultur und die der Araber und damit auch Chalils schwer miteinander vereinen lässt und das viel zu viel gegen ein Verbindung mit ihm spricht. Dennoch kämpft Finja um ihre Liebe und um die Freiheit.

Schreibstil:
Es hat etwas länger gedauert bis ich mit Christine Lehmanns Schreibstil warm geworden bin und ich kann nicht einmal genau sagen, woran das liegt. Vermutlich daran, dass ich etwas voreingenommen durch manche Meinungen war. Dennoch hat er mich innerhalb kürzester Zeit gebannt. Die Geschichte ist aus der Sicht von Finja geschrieben, die durch ihre leicht naive und nachdenkliche Art sehr viele interessante Gedanken in die Geschichte einfließen lässt und den Lesefluss dadurch leichter macht. So konnte man sich auch leicht mit ihr identifizieren und hat sozusagen mit ihr die Arabische Welt erkundet.

Meinung:

Für mich war „Die Rose von Arabien“ wie eine kleine Reise, die ich für gut 580 Seiten angetreten bin. Die Startschwierigkeiten waren schnell überwunden und mir hat sich eine völlig neue verzaubernde, aber gleichzeitig auch erschreckende Welt aufgetan. Ich war gleichermaßen fasziniert und abgeschreckt und habe mit Finja immer mehr gesehen und kennengelernt. Es wurde nicht nur ihre Gefühlswelt dargestellt, auch wenn der Hauptschwerpunkt darauf gelegt wurde – Es wurden auch immer wieder Legenden und Geschichten erzählt, die lehrreich und unterhaltsam waren. Durch diese wurde auch der Kontrast zwischen den beiden, Chalils und Finjas, Kulturen immer deutlicher, die moralischen Vorstellungen, die Werte, die Religion und trotz der Liebe, die beide füreinander empfinden, reicht sie vorerst nicht um diese Hindernisse zu überbrücken, denn Chalil ist der erstgeborene, der die Traditionen bewahren muss. Chalil war mit einer der interessanten Charakter, da er leicht zwiegespalten ist. Auf der einen Seite denkt er sehr modern und hat viele Auslandserfahrungen, gleichzeitig hält er aber auch seine Tradition am Leben, ist Wüstenritter und Student zugleich. Er liebt Finja, darf es aber eigentlich nicht und seine Ambivalenz wird immer wieder deutlich, wenn er Finjas Fragen oder sie selbst abweist. Allerdings wurde auch eine merkliche Wandlung geschildert, denn Chalil lernt auch von Finja und nicht nur umgekehrt. Dennoch hat es mich teils gestört, dass Chalil sehr perferkt dargestellt wurde, was womöglich durch Finjas Beschreibung der Dinge so rüberkam, denn aus ihrer Sicht konnte er alles, war alles und sah dazu auch noch perfekt aus.
Einige andere Kritikpunkte habe ich aber dennoch: Zuerst war ich sehr überrascht, wie schnell Finja glaubt die Liebe des Lebens gefunden zu haben. Schon nachdem sie ihn nur gesehen hat, äußert sie starke Gefühle für ihn. Teilweise ist dies nachvollziehbar, da man ja oft das Gefühl hat, einen Menschen sehr schnell sehr gern zu mögen, obwohl man noch nicht viel von ihm weiß, doch Finja hatte ihn nur angesehen. Die große Zuneigung wurde mir dann in der Mitte des Buches auch etwas zu übertrieben, denn Finja denkt mit ihren sechzehn Jahren schon an eine Hochzeit, da man in Arabien ja keine „normale Beziehung“, wie es hier üblich ist, führen kann. Allerings kann sie nicht seine „Erst“-Frau werden, da Chalil ja der Erstgeborene ist und dann denkt sie allen Ernstes darüber nach seine Zweitfrau zu werden und mir kann nun wirklich keiner klar machen, dass man sich mit sechzehn schon verloben will und dann auch noch als Zweitfrau. Dies fand ich teils wirklich sehr übertrieben, allerdings sagt sie selbst auch oft, dass sie weiß, wie naiv sie damals gehandelt hat. Deswegen hat mir das Ende auch sehr gut gefallen, da es nach knapp vier Jahren spielt und Finja kritisch auf ihr Abenteuer und ihre Geschichte zurücksieht. Dennoch war das Ende kitschigschön und hat dem Buch den letzten Schliff gegeben.

Die Rose von Arabien ist ein lesenswertes Buch, dass ich jedem empfehlen kann, der gerne in Geschichten wie 1001 Nacht versinkt, offen für neues und auch für Kitsch ist. In dem Buch vereinen sich Romantik, Leben und Abenteuer zu einer interessanten Geschichte.

Wertung: 4/5

Wünsche euch ganz viel Schnee und Glühwein
und einen schönen Donnerstagabend,
Eure Marie
2.12.10 18:26
 


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